Gestern sind wir auf dem Weg zu „Le Gouffre“ – dem Schlund – an einem der meist fotografierten Sujets der Bretagne (laut Reiseführer) vorbeigekommen: La Maison du Gouffre – dem Haus zwischen den Felsen. Da konnte ich die Finger einfach nicht von der Kamera lassen.

Bis vor einigen Jahren wurde das Motiv auf Postkarten abgedruckt, die Tourismusbranche setzte es in der Werbung für die Region Côte de Granit Rose ein – ohne es mit den EigentümerInnen abzustimmen (seit seiner Erbauung in 1861, befindet es sich in Privatbesitz). Entsprechend groß wurde irgendwann der Andrang auf den kleinen Küstenort Plougrescant und seine zwischen Felsen eingezwängt wirkenden Häuser.
Das auf dem Foto abgebildete Gebäude steht stellvertretend für viele weitere, die entlang des Wanderweges GR 34, der u.a. am Rande der Ortschaft verläuft, zu finden sind. Nach einer erfolgreichen Klage der aktuellen Besitzerin – einer in Paris lebenden Dame, die es nur wenige Wochen pro Jahr selbst nutzt – darf es heute nicht mehr kommerziell beworben werden. Früher konnte man unmittelbar bis zum Haus spazieren. Heute verläuft eine Mauer rund um das Grundstück und die Zufahrt zum Haus wird durch einen Schlagbaum geschützt. Einige sensationsgierige Touristen sollen, Überlieferungen zur Folge, über die Felsen auf das Dach des Hauses geklettert sein, um sich ablichten zu lassen. Neben dem Schutz vor dem Eindringen unliebsamer BesucherInnen, dient die Mauer zwei weiteren Zwecken: als Damm gegen die anbrandende Flut und als Nistmöglichkeit des in an der Küste rar gewordenen Flußregenpfeifers.

Da ich mich nicht für eine Variante des Motivs entscheiden kann, breche ich die goldene Regel und veröffentliche 2 Aufnahmen.

haus_zwischen_felsen_plougrescant_bretagne_IIIII