Seit heute steht Lightroom 5 im virtuellen Verkaufsregal von Adobe zum Download bereit. Die Preispolitik des Herstellers setzt sich, seit erscheinen von Versionsnummer 4, weiter fort: zum Preis von ca. 139 Euro ist die Vollversion des beliebten RAW-Entwicklers und Fotoverwalters zu haben. Ein Upgrade von einer beliebigen Vorgängerversion kostet ca. 73 Euro.

Für Version 3, die für mich den Einstieg in die RAW-Bildentwicklung mit Lightroom markierte, habe ich seinerzeit vergünstigt rund 250 € bezahlen müssen.

Neben zahlreichen Detailverbesserungen – insgesamt ist von mehr als 400 die Rede-, den Anwendern der Vorversionen bereits bekannter Features, gibt es ein paar echte Neuerungen, mit denen Lightroom 5 aufwarten kann.

Erweiterter Reparatur-Pinsel

Zur Retusche wurde der Reparatur-Pinsel grundlegend überarbeitet, um Motive von unerwünschten Bildelementen und Störungen zu befreien. In die nicht-destruktiv arbeitende Automatik (d.h. die Bilddatei bleibt in ihrer Orginalform stets erhalten, Änderungen lassen sich jederzeit verlustfrei wieder rückgängig machen) lässt sich jederzeit manuell eingreifen und eine andere Bildpartie zur Überlagerung des zu retuschierenden Bereiches auswählen. Der Arbeitsbereich des Pinsels ist nun flexibler einsetzbar und in der Größe änderbar. In der Vorgängerversion kam ein kreisrunde Pinselspitze zum Einsatz.

Perspektivische Verzerrungen

Mit nur einem Mausklick lassen sich perspektivische Verzerrungen beheben. Die neue Upright-Technologie begradigt automatisch stürzende Linien und Vertikalen, wie bspw. schiefe Horrizonte.

Radialverlauf

Bildbereiche können mit dem neuen Radialverlauf- Filter zur kreativen Gestaltung frei ausgewählt werden um Vignetteneffekte zu erzeugen. Die Anwendung des Filters ist pro Bild mehrfach einsetzbar.

Diashow und Fotobuch-Modul

Für mich weniger von Bedeutung, weil ich diese Funktionen bisher nicht genutzt habe. Im Diashow-Bereich ist nun die Aufnahme und das Abspielen von Videos möglich. Der Fotobuch-Bereich verspricht größere kreative Freiheiten im Anlegen und Ausgestalten von Fotobüchern, die direkt aus Lightroom heraus an einen der in das Modul eingebundenen Anbieter versendet werden können.

Performanceschub

Einer der Hauptkritikpunkte, nach Erscheinen von Versionsnummer 4, war die Geschwindigkeit und Performance beim Erstellen von Vorschaubildern und die Entwicklung von RAW-Dateien, die meiner Ansicht nach mit Versionsnummer 5 deutlich verbessert wurde. Jedenfalls reagiert die Software meiner subjektiven Einschätzung nach deutlich schneller.

Für Menschen die Lightroom häufig mobil nutzen und nicht ständig ihren gesamten Bilddatenbestand verfügbar haben (wollen), gibt es nun eine weitere spannende Funktion: Smart-Preview. Die Bearbeitung von Bildern ist auch dann möglich, wenn die Originale nicht verfügbar sind. Genutzt wird das DNG-Format, was zu deutlich kleineren Katalogen führt als die bekannten 1:1-Vorschauen. Dazu ist es allerdings notwendig, die Smart-Vorschau im Katalog zu aktivieren.

Kompatibilität

Ein kurzer Test ergab: die Filter-Kollektion von Nik scheint im Zusammenspiel mit Lightroom 5 problemlos zu funktionieren. Meine selbsterstellten Presets laufen ebenso wie die von mir genutzten VSCO-Film Presets.

Im übrigen kann man Lightroom 4 und 5 parallel auf einem System betreiben. Nach dem öffnen eines Kataloges in Lightroom 5, der mit Lightroom 4 erstellt wurde, wird automatisch eine Kopie angefertigt und im neuen Installationsverzeichnis abgelegt. Der Katalog aus Lightroom 4 bleibt unverändert.

Die gesamte Palette an Highlights ist auf Adobes Lightroom-Seite aufgeführt und teilweise mit anschaulichen Videos illustriert.

Für den Import bereits vorhandener Kataloge sollte man, je nach Größe, etwas Zeit einplanen. Nach dem Download und der Installation des ca. 800 mb großen Paketes, werkelt Lightroom nun schon seit mehr als 1,5 Stunden im Hintergrund an meinen Katalogen herum.

Ob ein Wechsel lohnt, muss jeder für sich selber entscheiden. Für Unentschlossene steht eine kostenlose Vollversion zum testen zur Verfügung.